Prof. Inge Sommer gemeinsam mit
Prof. Egon Chemaitis und Dipl. Des Katja Thoring von IDG

Phaenomotion

Studien, Experimente und Entwürfe zur Phänomenologie der Bewegung

Kooperationsprojekt mit der Adam Opel GmbH
Ausstellung im Marken- und Kommunikationszentrum Berlin


Wie fängt man ein Entwurfs-Projekt an? Schleicht man sich an das Thema heran
oder springt man in die Sache? Die Antwort auf diese Fragen ist für das Gelingen
eines Projekts nicht selten von entscheidender Bedeutung.

Schritt 1: Studie zur Phänomenologie der Bewegung
In der ersten Projektphase werden die Bewegungsmuster von Artefakten in der
Kunst und im Alltag, von Bildern, Filmen und Tönen sowie von Naturobjekten
in ihren sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungsformen untersucht, erforscht
und durch visuell/auditive Operationen wie Abstraktion, Verdichtung oder
Verfremdung transformiert und dargestellt.

Schritt 2: Entwürfe zur Bewegung
In der zweiten Projektphase werden die Ergebnisse des 1. Teils systematisch
und assoziativ im Hinblick auf Anwendungsmöglichkeiten interpretiert, in
Vorversuchen überprüft und schließlich mit dem Ziel einer konkreten oder
spekulativen zukünftigen Anwendung weiter entwickelt.


So lautete in diesem Fall die Aufgabenstellung, mit der eine internationale Gruppe
von Studierenden aus Berlin, Tel Aviv, Straßburg und Barcelona im Mai 2006 am
Institut für Produkt- und Prozessgestaltung beauftragt wurde.

Als “Starter” erhielt jeder Studierende ein Paket mit je vier Begriffen, die mit einem
bestimmten Bewegungs-Prinzip verbunden waren, z.B. Angelrolle/Python/Trällern/
Eadweard Muybridge.
Jeweils drei der vier Begriffe mussten recherchiert und beobachtet, ihre Erscheinungen
und Bewegungsmuster untersucht und in einer geeigneten Weise dargestellt werden.
Am Ende dieser Arbeitsphase wurde einer dieser Begriffe ausgewählt, er sollte als
Leitbegriff die weitere Arbeit bestimmen.

Bewegungsphänomene auf der Erscheinungsebene genau zu erforschen, ihre
Charakteristik zu erkennen, diese zu abstrahieren und in sinnlich wahrnehmbare
Gestaltungsexperimente zu überführen, ist kennzeichnend für die Methodik der
phänomenologischen Studie. Das gestalterische Experimentieren verlangt eine
möglichst “naive” Sicht auf die Dinge, bei der alles Gelernte, alles Wissen – die Python
ist gefährlich, die Angelrolle ist zum Fischen – vorübergehend ausgesetzt wird.
Erst in einem weiteren Schritt werden die so entstandenen Objekte auf eine neue
interessante Verwendung hin bewertet und entsprechend weiterentwickelt.
An Hand vielfältiger Modellgenerationen wird schließlich ermittelt, welches Ideen-
und Realisierungspotenzial in einem dieser transformierten Phänomene steckt.

In der Ausstellung versuchen wir, zumindest in Ansätzen den Arbeitsprozess von
den ersten phänomenologischen Studien bis hin zu den prototypischen Entwürfen
– viele greif- und besitzbar – zu zeigen. Eine Dokumentation jedes Entwurfs informiert
über den Prozess und dessen Ergebnis; sie ist jedem Exponat beigelegt.


Ausstellung


Projektbetreuung:
Prof. Egon Chemaitis
Prof. Inge Sommer
Dipl. Des. Katja Thoring





Termine:

Ausstellung vom 7. November bis 15. Januar 2007
im Marken- und Kommunikationszentrum Berlin
Friedrichstraße 94
10117 Berlin




Teilnehmer:
Ana Aguilera
Asia Piascik
BiancaCustodio
Lars Dinter
LaurentGongora
Marlene Schaefermeyer
Nina Farsen
Philip Paul
Rea Naber Ausstellungsgestaltung
Shlomi Daniel
Stephanie Jasny


Projektpool

Teilnehmerliste

 
Bearbeiten | Anhängen | Historie | Druckansicht | Aktuelle Änderungen | Suchen
Zuletzt geändert am 15. April 2008 um 22:12 Uhr